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1. Novemberfahrt 2016

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Besichtigung Enercon am 01.11.2016

Am Dienstag, den 01.11.2016, in NRW ein Feiertag, führte uns die traditionelle VIFF Besichtigungsfahrt ins beschauliche Aurich an die niedersächsische Nordseeküste. 36 VIFF Mitglieder und Gäste freuten sich auf einen interessanten und informativen Tag bei Deutschlands größtem Windkraftanlagen-Hersteller Enercon. Gegründet 1984 durch den Elektroingenieur Herrn Aloys Wobben, ist Enercon in den letzten 32 Jahren nicht nur zum Marktführer in Deutschland sondern auch zu einem der großen fünf Weltmarktführer mit ca. 5 Milliarden € Umsatz jährlich in der Herstellung von Windkraftanlagen aufgestiegen. Auf einer Produktionsfläche von 17 Fußballfeldern allein in Aurich, wo neben den Gondeln und Generatoren auch die großen Rotorblätter E101 mit ca. 52 m Länge gefertigt werden, bietet Enercon 5.000 Menschen einen Arbeitsplatz. Weltweit sind ca. 20.000 Mitarbeiter bei Enercon beschäftigt. In Aurich eröffnet Enercon außerdem 82 Auszubildenden in ca. 20 Ausbildungsberufen eine vielversprechende Zukunft. Das Unternehmen Enercon baut Windkraftanlagen von 92m bis 149 m Turmhöhe und einem max. Durchmesser der Rotorblätter von D=126m, z.B. die zur Zeit weltgrößte Anlage E126 mit ca. 7.500 KW Nennleistung.

Los ging die Fahrt nach Aurich schon in aller Frühe um 05.30 Uhr ab Lüdenhausen mit dem Busunternehmen Felix Reisen. Pünktlich um 10.00 Uhr erreichten wir das Werksgelände. Auf dem Besichtigungsprogramm standen die beiden Bereiche Enercon und das EEZ, Energie-, Bildungs- und Erlebniszentrum der Stadt Aurich, bei dem Enercon als Partner fungiert. Wir wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe startete mit der Besichtigung der Enercon Fertigungshallen und die zweite Gruppe mit der Führung im EEZ.

Das EEZ wird, wie mehrere andere große Projekte, von der Stadt Aurich unterhalten. Im EEZ gibt es unterschiedliche Bereiche wie ein Besucherzentrum, den Energie Turm, die Erlebniswelt Wind, ein Experimentarium/Zukunftslabor, verschiedene Ausstellungen, Seminarräume und Ausbildungswerkstätten ihres Partners Enercon. Bei der Rundführung war unter anderem die von Herrn Wobben entwickelte erste Windkraftanlage E16, die in seinem Garten stand, zu sehen. Außerdem wurde den Besuchern die Möglichkeit gegeben eine Gondel der Windkraftanlage E-115 von innen zu besichtigen. Mit einem Durchmesser von ca. 8m wundert man sich, wie groß doch so eine Gondel ist und fragt sich, warum sehen die von der Erde nur immer so klein aus? Zum Schluss des Rundgangs konnte sich jeder Besucher in der Erlebniswelt Wind durch verschiedene Übungen spielerisch über die Energie Wind informieren. Ein Highlight war auch der in einem Rundkino gezeigte Animationsfilm über alle Energieformen der Erde.

Nach dem Mittagessen wurden nun die Besichtigungen getauscht und die Gruppe zwei durfte sich die Fertigungshallen, explizit die Rotorfertigung von Enercon, anschauen. Zunächst gab es einen Einblick in verschiedene Modelle einer Windkraftanlage. So baut Enercon die Türme der kleineren Anlagen aus Stahl und die Türme der großen Anlagen, z.B. 100m-Türme aus geteilten Stahlbetonringen. Diese Herstellung geschieht in Emden am Hafen. Die Ringe werden dann vor Ort aufeinander gesetzt und es werden Stahlseile durch vorhandene Löcher geführt. Diese werden dann hydraulisch gespannt und der Turm bekommt so seine Stabilität. Diese Bauweise hat den Vorteil, dass so ein Turm später einmal nicht gesprengt werden muss, sondern einfach wieder abgebaut werden kann. Nach dieser Einführung ging es zu der gewaltigen Fertigungshalle für Rotorblätter mit einer Größe von L 450m x B 150m x H 28m, und rund 60 eingebauten Kränen. Auf der oberen Etage werden die 50 Einzelteile eines Rotorblattes gebaut. Ein Rotorblatt besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Das Harz dafür wird von Enercon selbst hergestellt, ebenso Schaum, Balsaholz und die als Befestigung an der Nabe in der Gondel benötigten Bolzen aus hochvergütetem Stahl. Sind diese Teile gefertigt werden über einen Schacht, praktisch der letzte Teil der Halle, die Bauelemente in den unteren Bereich herabgelassen und dort zu dem fertigen Rotorblatt zusammengesetzt, lackiert und endverarbeitet. Pro Schicht bauen ca. 400 Mitarbeiter ein Rotorblatt. Bei 3-Schichtbetrieb kann täglich einen Anlage bestückt werden. Diese auf eine Lebensdauer von 20 Jahren ausgelegten Rotorblätter müssen besonderen Belastungen standhalten wie beispielsweise der Reibung im Wind. Ab nächstem Jahr garantiert Enercon eine Lebensdauer von 30 Jahren. Bei 3m/s Wind fängt eine Anlage an zu arbeiten, 11m/s Windgeschwindigkeit ist die Grenze für den Betrieb einer Anlage, 12x die Minute dreht sich der Rotor. Enercon Anlagen erkennt man an den gebogenen Flügelspitzen, dem sogenannten Tipp, der grau-roten Lackierung und dem grünen Turmanfang am Boden, welcher schon mal einen Durchmesser von 16m haben kann. Das Grün und das Grau sollen sich den Umweltbegebenheiten anpassen und die rote Signalfarbe, bzw. die roten Lampen dienen der Sicherheit im Flugverkehr.

Gegen 16.15 Uhr startete der Bus zur Heimfahrt. Den Besuchern wird diese Exkursion noch lange in Erinnerung bleiben. Alle waren sich einig, einen unvergesslichen Tag erlebt - und viel Wissenswertes über die Windenergie und den Bau der Windkraftanlagen gelernt zu haben.


Dirk Hecker

 

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